FREI & FROMM

Forum für Gemeinschaft und Theologie


Apokalypse - das ist ein Begriff, bei dem die meisten wahrscheinlich an eine Katastrophe denken, aus der die Menschheit gerettet werden muss. Aber eigentlich ist sie die Katastrophe, durch die die Welt und die Menschheit gerettet wird - als Ende der »Normalität«. Den Begriff »Apokalypse« zu enthüllen und die radikal hoffnungsstiftenden Momente herauszuarbeiten - damit werden wir uns im Forum für Gemeinschaft und Theologie in diesem Jahr intensiv beschäftigen. Lest dazu auch jede Woche neu: Gedanken von Alex Hanke.

(Bild: Trierer Apokalypse, Anonym (1. Hälfte des 9. Jahrhunderts)  Wikimedia Commons)

Der nächste Forumstag wird am 2. Oktober 2021 stattfinden. 2020 waren  wir in Leipzig. Also sind wir dieses Jahr wieder in Dresden zu Gast. In der Matthäuskirche genauer gesagt,

Worum es gehen wird beim Forumstag 2021? Natürlich um unser Jahresthema: Die Suche nach der apokalyptischen Hoffnung.

Am 10. März gibt es bibelwissenschaftlichen Input zum Thema Apokalyptik. Wir konnten Prof. Marco Frenschkowski (von der Theologischen Fakultät in Leipzig) gewinnen, im digitalen Forum Rede und Antwort zur Apokalyptik zu stehen. Wir sind gespannt und freuen uns sehr. Das digitale Seminar wird 19.30 Uhr beginnen und gegen 21 Uhr enden. Registriert Euch hier für die Veranstaltung.



Huch, ich habe meine apokalyptische Hoffnung verloren …

»Mit Impfungen zurück zur Normalität« - so stand es kürzlich auf zeit-online zu lesen. Ich bin heftig über diesen Beitrag gestolpert. Um welche Normalität ging es denn da? Und wollen wir wirklich zu dieser Normalität zurück? Zu einer Normalität, in der die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinandergeht und in der Kinder immer noch ein Armutsrisiko sind. Eine Normalität, in der die Zerstörung der Lebensgrundlagen nach wie vor subventioniert wird und wir menschliches Leiden an den Grenzen Europas (und an vielen anderen Orten der Welt) schulterzuckend hinnehmen und es Politiker:innen durchgehen lassen, wenn diese sagen: Wir können nicht allen helfen.

 

Apokalypse - das ist ein verhüllter theologischer Begriff. Wahrscheinlich verbinden die meisten Zeitgenoss:innen damit die Katastrophe, aus der die Welt und die Menschheit gerettet werden müssen. Aber eigentlich ist sie die Katastrophe, durch die die Welt und die Menschheit gerettet wird - als Ende der »Normalität«. Oder wie Walter Benjamin es formuliert: "Der Begriff des Fortschritts ist in der Idee der Katastrophe zu fundieren. Und: "Daß es »so weiter« geht, ist die Katastrophe. Sie ist nicht das jeweils Bevorstehende, sondern das jeweils Gegebene.“ Die Apokalypse ist das Ende des Fortschritts.

 

Den Begriff »Apokalypse« zu enthüllen und die radikal hoffnungsstiftenden Momente herauszuarbeiten - das ist das Anliegen dieses Textes. Und damit werden wir uns im Forum für Gemeinschaft und Theologie in diesem Jahr intensiver beschäftigen.

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