FREI & FROMM

Forum für Gemeinschaft und Theologie


Rückmeldung von Juliane Keitel an die Synode und die Kirchenleitung zum Bericht der Spurgruppe: „Was ist rechtsextrem – was ist christlich-konservativ?“ und zur Diskussion des Berichts in der Landessynode am 27. März 2021

Peter Meis war am 12. Mai im Forum zu Gast mit einem Impuls und anschließender Diskusssion zur Frage: (Wie) lässt sich die Apokalypse des Johannes als Hoffnungsbotschaft lesen?! Damals und heute?

Hier kann der Vortrag nachgelesen werden.

 

Apokalypse - das ist (entgegen dem Schein) die Katastrophe, durch die die Welt und die Menschheit gerettet wird - als Ende der »Normalität«. Den Begriff »Apokalypse« zu enthüllen und die radikal hoffnungsstiftenden Momente herauszuarbeiten - damit werden wir uns im Forum für Gemeinschaft und Theologie in diesem Jahr intensiv beschäftigen.

 

Hier findet ihr die Aufzeichnung des Vortrags zum Thema Apokalyptik von Prof. Frenschkowski, gehalten am 10. März 2021.

(Bild: Trierer Apokalypse, Anonym (1. Hälfte des 9. Jahrhunderts)  Wikimedia Commons)



Huch, ich habe meine apokalyptische Hoffnung verloren …

»Mit Impfungen zurück zur Normalität« - so stand es kürzlich auf zeit-online zu lesen. Ich bin heftig über diesen Beitrag gestolpert. Um welche Normalität ging es denn da? Und wollen wir wirklich zu dieser Normalität zurück? Zu einer Normalität, in der die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinandergeht und in der Kinder immer noch ein Armutsrisiko sind. Eine Normalität, in der die Zerstörung der Lebensgrundlagen nach wie vor subventioniert wird und wir menschliches Leiden an den Grenzen Europas (und an vielen anderen Orten der Welt) schulterzuckend hinnehmen und es Politiker:innen durchgehen lassen, wenn diese sagen: Wir können nicht allen helfen.

 

Apokalypse - das ist ein verhüllter theologischer Begriff. Wahrscheinlich verbinden die meisten Zeitgenoss:innen damit die Katastrophe, aus der die Welt und die Menschheit gerettet werden müssen. Aber eigentlich ist sie die Katastrophe, durch die die Welt und die Menschheit gerettet wird - als Ende der »Normalität«. Oder wie Walter Benjamin es formuliert: "Der Begriff des Fortschritts ist in der Idee der Katastrophe zu fundieren. Und: "Daß es »so weiter« geht, ist die Katastrophe. Sie ist nicht das jeweils Bevorstehende, sondern das jeweils Gegebene.“ Die Apokalypse ist das Ende des Fortschritts.

 

Den Begriff »Apokalypse« zu enthüllen und die radikal hoffnungsstiftenden Momente herauszuarbeiten - das ist das Anliegen dieses Textes. Und damit werden wir uns im Forum für Gemeinschaft und Theologie in diesem Jahr intensiver beschäftigen.

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