Wertkonservatives Christentum

Der sächsischen Landeskirche steht nach Aussage des Präsidenten der Landessynode eine Klärung bevor - nämlich zu bestimmen, wo die Grenze zwischen rechtsradikal und wertkonservativem Christentum liegt.

 

Der Begriff “rechtsradikal“ macht mir dabei keine Schwierigkeiten. Es wird ja täglich auf den Straßen Sachsens und Deutschlands und in den Parlamenten durch die AfD demonstriert, was darunter zu verstehen ist. 

“Wertkonservatives Christentum“ - da ist die Bestimmung ungleich schwieriger. Wenn es ein wertkonservatives Christentum sein solle, so müsste es sich - so scheint es - nicht an den Traditionen der Kirche orientieren, sondern vielmehr an Jesus Christus selbst und seinem Evangelium.

So hat - bei allem, was noch zu ihm zu sagen ist - Martin Luther ein  wertkonservatives Christentum verstanden. Und das ganz im Sinne eines  päpstlichen Wortes: “Christus spricht: Ich bin die Wahrheit. - nicht: Ich bin die Gewohnheit!“ Wertkonservativ im Sinne Jesu  Christi & seines Evangeliums - was heißt das etwa im Blick auf  Migrationspolitik?

 

Es ist die Überzeugung der Kirche gewesen, dass in allen Fremdlingen Jesus Christus selbst zu uns kommt. “Ich bin ein Fremdling gewesen &  ihr habt mich aufgenommen.“ Und wenn es auch erbärmlich und jämmerlich wäre, Menschen nur aufzunehmen, weil wir glauben, dass Jesus in ihnen zu uns kommt (In der Erzählung Jesu wissen es die Gerechten nicht, dass es Christus selbst ist.), wäre es doch christlich wertkonservativ, der CDU in Sachsen ihre unbarmherzige und unchristliche Flüchtlingspolitik permanent vorzuhalten.

 

Wertkonservativ im Sinne Jesu Christi und seines Evangeliums - was heisst das etwa im Blick auf Heimat, Patriotismus und Nationalismus?  Ein einfacher Blick in die Bibel zeigt, dass die Entwurzelung und Heimatlosigkeit des wandernden Gottesvolkes der Normalzustand ist. Jesus Christus selbst ist ein Fremder geworden. Und “wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Unsere Heimat ist im Himmel - dies ist die christlich wertkonservative Haltung. Und die steht gegen jeden Patriotismus und gegen jede Vaterlandsliebe. “Wer Vater und Mutter nicht verlässt um meinetwillen ist mein nicht wert“ - wieviel mehr gilt dies für ein Vaterland. Christlich  wertkonservativ hieße dann aber: No border, no nation. Und es gäbe dann überhaupt keine Fremden mehr, sondern nur noch Schwestern* und Brüder*, mit denen wir eins in Christus sind oder Menschen, an die wir gewiesen sind, um mit ihnen eins zu werden in Christus.

Denn unser Bürgerrecht und unsere Heimat - so die christlich wertkonservative Haltung - ist nicht auf der Erde, sondern im Himmel. Und dieses Bürger- und Heimatrecht verleihen nicht wir - und nicht wir wissen, wer es verliehen bekommen hat oder wird. Das weiß allein Gott - und deshalb sind wir an alle Menschen gewiesen.

 

Wertkonservativ im Sinne Jesu Christi und seines Evangeliums - was heißt das etwa im Blick auf Macht und Besitz? Wenn wir das Evangelium ernst nehmen und also christlich wertkonservativ argumentieren, werden wir Besitz nicht über Menschlichkeit stellen.  “Wer 2 Mäntel hat, gebe dem, der keinen hat und wer Essen zu viel hat, teile!“ - so der Täufer. Was bedeuten diese Worte für christlich wertkonservative Christen_innen - in einer Gesellschaft, in der Menschen bestraft werden, die Lebensmittel aus dem Müll “retten“ oder in der Menschen umziehen müssen, weil willkürlich Mieten erhöht werden?
Was bedeuten für christlich wertkonservative Christen_innen die Worte der Jungfrau Maria: “Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Armen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.“?

Wertkonservativ im Sinne Jesu Christi und seines Evangeliums - was heißt das etwa im Blick auf das Verhältnis von Gesetz und Ordnung und Menschen? Konservativ scheint "Law and Order" - aber ist das auch  christlich wertkonservativ?

Hat nicht Jesus selbst immer wieder das Gesetz infrage gestellt, wenn es um Menschen & um ihr Leben ging? Und während seine Gegner - die nur konservativ waren - sagten: “Wir haben ein Gesetz, und nach dem muss er sterben!“ - sagt Jesus: “Das Gesetz ist um des Menschen willen da.“

Was bedeutet das für ein christlich wertkonservatives Christentum etwa im Blick auf die ungerechten Asylgesetze als nur ein Beispiel von vielen?

Wertkonservativ im Sinne Jesu Christi und seines Evangeliums - was heißt das etwa im Blick auf … - diese Reihe ließe sich fortsetzen. Aber es soll ja ein gemeinsamer Klärungsprozess sein.

 

Als Zwischenfazit für mich jedoch: Ich verstehe nach dieser Betrachtung die Gegenüberstellung rechtsradikal und wertkonservativ in einem christlichen Sinne immer weniger.

Aber das merke ich jetzt - ich wäre es gern - christlich wertkonservativ im Sinne Jesu und des Evangeliums.

 

Frank Martin

 

 

Kommentare: 146
  • #146

    Juliane Keitel (Samstag, 22 Februar 2020 00:40)

    In #138 gibt es unter 2. auch einen kurzen Hinweis auf Ihr Argument, Herr Wildenhain.
    Die Fähigkeit zur Selbstkorrektur, wie Gerhard Lindemann schreibt, ist meiner Meinung nach eines der stärksten und wichtigsten Merkmale einer Demokratie.

  • #145

    Gerhard Lindemann (Freitag, 21 Februar 2020 23:43)

    Beitrag 99 am Anfang. Rücktritt oder Abwahl sind normale demokratische Vorgänge, ebenso wie eine Wahl.
    Ein Vorteil der Demokratie ist ihre Fähigkeit zur Selbstkorrektur als Reaktion auf einen kritischen öffentlichen Diskurs.

  • #144

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 23:12)

    Letzter Nachtrag:
    Auf mein Argument, dass ein einmaliger Vorgang nicht rückgängig gemacht werden kann, ist nicht eingegangen worden. Danke. Der jüdische Künstler Georg Kreisler war meinem Kabarettpartner und mir Vorbild, unser aktuelles Kabarettprogramm zu gestalten.
    Ich möchte mich in Frieden von Ihnen hier verabschieden mit dem Link auf das Lied von Georg Kreisler: "Weg zur Arbeit":
    https://www.youtube.com/watch?v=NzYSSovi9Yc
    Ihr Sascha Wildenhain

  • #143

    Juliane Keitel (Freitag, 21 Februar 2020 21:51)

    zu #140: Das "ihre" ist kleingeschrieben, Herr Wildenhain, und bezieht sich auf die Worte der Kanzlerin: "Was aber sonnenklar ist und sich auf der politischen Bühne bis hier zu Ihnen und Herrn Flessing anschaulich belegen lässt, ist, dass ihre Worte von Höcke und Co. in einer bestimmten Weise instrumentalisiert und diese Sichtweise gestreut worden ist, ebenso wie durch etliche Politiker*innen der CDU und FDP."

    Das bedeutet zum einen: die Worte der Kanzlerin sind von Rechten instrumentalisiert worden, und Elemente dieser Instrumentalisierung sind auch in Teilen Ihrer und Herrn Flessings Kommentaren zu lesen gewesen, bspw. die Ostdeutschen wären durch das Wort der Kanzlerin herabgesetzt worden usw. Das bedeutet zum anderen, dass diese Interpretation hier unter uns im Forum durchaus geteilt wird. Mein dringendes Anliegen war und ist es, das bewusst zu machen, dass es genau DAS ist, was problematisch ist und nicht, dass die Kanzlerin ein solches Wort gesprochen hat. Dazu stehe ich nach wie vor.

    Dass Sie sich jetzt dadurch angegriffen fühlen, tut mir leid. Ich aber kann meine Argumentation deswegen natürlich nicht rückgängig machen.

  • #142

    Gerhard Lindemann (Freitag, 21 Februar 2020 21:49)

    Sehr geehrter Herr Wildenhain, Sie habenb da ganz offenbar etwas missverstanden: "ihre Worte" bezieht sich nicht auf Herrn Flessings und Ihre Äußerungen, sondern auf diejenigen der Kanzlerin.

  • #141

    Gert Flessing (Freitag, 21 Februar 2020 21:46)

    Focus online 16.02.20; Klaus Kelle
    Der Focus scheint mit kein rechtes Schmierenblatt zu sein. Also empfehle ich, mal nach diesem Artikel zu googeln. Aber Vorsicht, der Mann, der da in die Öffentlichkeit hinein argumentiert, ist Teil der "Werteunion". Dennoch ist es kein uninteressanter Artikel, den ich freilich nicht, in allen Einzelheiten teile.
    Wie sieht denn Emotionalität aus, Frau Keitel?
    Natürlich hätte Frau Merkel anders formulieren können. Sie hätte z.B. darauf hinweisen können, das es einen Beschluss gibt, unter keinen Umständen mit rechts zu kooperieren. Auf diesem Hintergrund müssten sich die Parteien, CDU und FDP, in Thüringen, fragen lassen, was ihnen der Konsens wert sei.
    Herr Lindemann, wir können froh sein. Aber für wie lange? Wann wird das nächste Mal die Nagelprobe gemacht werden und wo?
    Wir können, wenn wir argumentieren, so lange wir wollen, auf die Geschichte hinweisen. Glauben Sie wirklich, dass es die Mehrheit interessiert?
    Wie gesagt, die Menschen wollen Frieden, da, wo sie leben, sie wollen Ordnung, da, wo sie leben und Sicherheit.
    Das ist der Punkt, wo wir sie fassen können. Jetzt denke ich mal an Hameln. Das Verbrechen, das dort geschehen ist, hat genau das, was die Menschen wollen, in Frage gestellt. Die Reaktion von Herrn Gauland, war bemerkenswert. Da hatte einer Angst, denn rechts Gedankengut, Verschwörungstheorien, all das kann man, durchaus, zu den Kräften der AfD zurück verfolgen.
    Diese Partei kann Menschen dazu bringen, ihre Paranoia auszuleben. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle war ähnlich gelagert.
    Die Gegenwart liefert schon die Argumente, um gegen diese Partei vorzugehen.
    Wenn man da den Finger in die Wunde legt, bringt das mehr, als unsere Diskussion über das, was Frau Merkel sagte oder nicht sagte.
    Jetzt kommt es darauf an, dass die Justiz dieses Massaker wirklich aufarbeitet und auch Verbindungen sucht, die zwischen dem Täter und anderen bestanden haben dürften. Vor allem, ich war selbst Sportschütze, wie konnte der Mensch zu einer Waffenbesitzkarte kommen? Die wachsen nicht an Bäumen, sondern es gehört einiges dazu, sie zu erwerben.
    Aber ich möchte auch keine Verschwörungstheorien beginnen.
    Gert Flessing

  • #140

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 21:25)

    Sehr geehrte Frau Keitel,

    jetzt ist es genug.

    Ich zitiere Sie aus # 138:" Was aber sonnenklar ist und sich auf der politischen Bühne bis hier zu Ihnen und Herrn Flessing anschaulich belegen lässt, ist, , ebenso wie durch dass ihre Worte von Höcke und Co. in einer bestimmten Weise instrumentalisiert und diese Sichtweise gestreut worden istetliche Politiker*innen der CDU und FDP. Und es ist ebenso sonnenklar, dass jede Äußerung der Kanzlerin instrumentallisiert worden wäre."

    Ich verbitte mir das hiermit energisch und ausdrücklich, dass Sie mich persönlich angreifen, indem Sie mir vorwerfen, "dass ihre Worte von Höcke und Co. in einer bestimmten Weise instrumentalisiert und diese Sichtweise gestreut worden ist (...)´" Das ist so ein unerhört verletzender Anwurf von Ihnen, dass mir echt die Spucke wegbleibt.
    Ich stehe hier seit 2014 jeden Tag meines Lebens an vorderster Stelle in Kontakt zu den "normalen, einfachen" Menschen, die tendenziell auch zu Pegida rennen bzw. AfD wählen und dann versuche ich, in der Diskussion, diese Menschen davon abzubringen, ob ich dabei Erfolg habe oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Was Sie mir hier eben gerade angekreidet haben, nun ja, das müssen Sie mit sich selbst klären. Aus meiner Sicht ein SuperGau. Ich verabschiede mich jetzt hier aus diesem Forum. Meine Hand bleibt ausgestreckt.
    Herzlicher Gruß
    Sascha Wildenhain

  • #139

    Juliane Keitel (Freitag, 21 Februar 2020 21:01)

    zu #136 Nein, Herr Flessing, Frau Merkel hat im Vollbesitz ihrer Kräfte, völlig klar und sachlich gesprochen und das gesagt, was sie als Demokratin und Repräsentatin Deutschlands sagen musste. Emotionalität sieht anders aus.

  • #138

    Juliane Keitel (Freitag, 21 Februar 2020 20:42)

    zu #134: Ja, Herr Wildenhain, Sie liegen falsch. Ich verstehe Ihre Argumente nicht. Sich nur auf Gefühle zu stützen reicht einfach nicht, aber das hatten wir ja schon. Hier nochmal der Versuch einer systematischen Darlegung:
    1. Frau Merkel nimmt mit diesem klaren Wort ihre staatspolitische Verantwortung wahr, schützt den Rechtsstaat sowie in ihm lebende Minderheiten und setzt ein wichtiges Zeichen ins Ausland, gerade auch angesichts der deutschen Geschichte.
    2. Sie kann jederzeit ihre Stimme in dieser Form erheben, das ist in einer Demokratie kein Zwang, und auch als demokratisches Mittel ist ein Rückgängig-Machen bisweilen eine Option bzw. muss eine sein. Auch wenn Sie das Wort "Zwang" selbst nicht so benutzt haben, schwingt es natürlich mit, denn warum sollte die Wortwahl denn unglücklich gewählt sein? Sie müssen dafür doch auch eine Begründung haben? Weil es falsch verstanden werden könnte von sensibilisierten Ostdeutschen, die sich dadurch an ihre Diktaturvergangenheit erinnern bzw. durch Höcke und Co. daran erinnert werden? Das kommt aber dann doch aufs Gleiche raus, oder? Es soll als Zwang verstanden werden, und damit rechtfertigen sie das Geschehen als undemokratisch.
    3. Es gibt kaum empirische Belege, nach denen man von einem Zusammenhang von Merkels Worten und einer gestiegenen Sympathie für die AfD ausgehen könnte, d.h. auch im Nachhinein aus dieser Perspektive hat sie nichts 'falsch' gemacht, weil dieses In-die-Hände-Spielen, das sie Ihrer Meinung nach hätte unterbinden können durch eine andere Wortwahl, nicht eindeutig zu messen ist. Was aber sonnenklar ist und sich auf der politischen Bühne bis hier zu Ihnen und Herrn Flessing anschaulich belegen lässt, ist, dass ihre Worte von Höcke und Co. in einer bestimmten Weise instrumentalisiert und diese Sichtweise gestreut worden ist, ebenso wie durch etliche Politiker*innen der CDU und FDP. Und es ist ebenso sonnenklar, dass jede Äußerung der Kanzlerin instrumentallisiert worden wäre. Stellen Sie sich mal vor, Frau Merkel hätte gesagt "ich finde das aber nicht so gut" oder "wir müssen drüber nachdenken, das nochmal was zu verändern" o.ä. - denken Sie, das wäre besser und weniger manipulierbar gewesen? Hätten sich da ehemals ostdeutsche Leute besser gefühlt? Oder was wäre gewesen, sie hätte sich gar nicht zu Wort gemeldet? Oder: was hätte sie denn Ihrer Meinung nach alternativ sagen oder tun sollen?? Mit welchem Effekt?

    Es ist völlig müßig, weiter drüber zu streiten, Herr Wildenhain. Unsere Repräsentant*innen und auch wir müssen schon unsere Verantwortung wahrnehmen, an den entsprechenden Stellen unsere Stimme erheben und diese unsäglichen Interpretationen von Rechten und Rechtskonservativen, die sich allesamt gegen die Demokratie richten, entlarven, und das tun Sie gerade nicht, wenn Sie weiter - auf einer emotionalen Ebene? - meinen, es war von Frau Merkel nicht richtig, sowas zu sagen

  • #137

    Gerhard Lindemann (Freitag, 21 Februar 2020 20:40)

    Sie haben im Wesentlichen das Argument gebracht, dass Frau Merkels Äußerung Herrn Höcke nützen würde, und das ist schon empirisch nicht haltbar. Frau Keitel und ich haben in mehreren Beiträgen erläutert, welche Beweggründe Frau Merkel hatte (Amtseid, keine Kooperation mit "rechts", Schutz gesellschaftlicher Minderheiten, demokratischer Vorgang der Revision einer Wahl). Dem gibt es zumindest zunächst nichts hinzuzufügen.
    Seien wir doch dankbar, dass der versuchte Dammbruch misslang und die bundesdeutsche Demokratie sich mit Erfolg als wehrhaft erwies.

  • #136

    Gert Flessing (Freitag, 21 Februar 2020 20:34)

    "Hätte, hätte, Fahrradkette."
    Frau Merkel hat reagiert, wie sie halt reagiert hat. In einer Situation, die sie als so wesentlich empfunden hat, das sie halt auch nicht politisch ausgewogen, sondern emotional beteiligt, handelte. Es war nicht das erste Mal.
    Natürlich wird das auch "benutzt".
    Was es, bei den Wählern, bewirkt, kann man noch nicht sagen. Wahlumfragen sind dünnes Eis.
    Das Kemmerich ohne die AfD nicht hätte überleben können, steht außer Frage.
    Ob er es wollte oder nicht - er hätte es hinnehmen müssen, oder eben zurück treten.
    Herr Wildenhain, ich halte die DDR nicht für eine Strafe Gottes. Das wäre ein wenig zu einfach. Wenn es schon darum geht, nach einer Strafe Gottes zu fragen dann war es die krachende Niederlage und der Untergang des damaligen deutschen Reiches und seine Zerschlagung. Die Folge, nämlich zwei deutsche Staaten, sehe ich eher als eine Prüfung an. Gelingt es den Deutschen, aus alle dem, eben "nach Auschwitz", Konsequenzen zu ziehen?
    Das, was 89 geschah, war auch eine Gnade, die wir, um unserer selbst willen, achten und nicht, durch ein Zurückfallen, in alte Muster, verspielen sollten.
    Eine Partei, die rassistisch redet, die andere Menschen abwertet, die darf nie wieder an die Macht kommen können.
    Herr Martin, ich habe den Artikel in der taz gelesen. Er hat mich erschüttert.
    Auf der einen Seite, weil er etwas schildert, was einem Menschen heute, nur, weil er nicht der Norm einiger Leute entspricht geschehen kann und es scheinbar (wie in manchen anderen Fällen) keine juristische Handhabe gibt, um wirklich Abhilfe zu schaffen.
    Auf der anderen Seite, weil dort, der Gewalt der Straße, als scheinbare ultima ratio, das Wort geredet wird. Ist Ihnen klar, dass das durchaus ein zweischneidiges Schwert ist?
    Als wir 1989 das System der DDR verließen, und alle von "blühenden Landschaften" träumten, ahnte ich, das es ziemlich anders kommen würde. Drogen, Arbeitslosigkeit, Wohnungslose, all das kannte ich von meinen Besuchen "drüben". Das diese Erfahrung im Gegensatz zu den Erwartungen stehen würde, war mir klar. Ich wusste auch, das dort, in der BRD, DVU, Republikaner u.ä. waren. Aber das diese Haltung sich hier so ansiedeln würde, ahnte ich nicht.
    Nun, auch die alte BRD hat es nicht geschafft, den Ungeist zu bannen. Im Kreistag in Erlangen hatte die CSU Fraktion den Abgeordneten der Republikaner mit aufgenommen.
    Tja und nun haben wir ein Problem bei uns.
    Dreißig Jahre sind, seit der Einheit Deutschlands, vergangen. Das vierte Jahrzehnt beginnt. Wie wird es wohl enden?
    Gert Flessing

  • #135

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 20:04)

    Ich habe hier meine Behauptung, weswegen ich denke, dass Angela Merkel das hätte klüger ausdrücken können, ausführlich sachlich begründet und wäre einfach nur dankbar dafür, wenn man auf meine Argumente eingehen würde.
    Vielen Dank.

  • #134

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 19:49)

    Lieber Herr Lindemann,
    weshalb ist es denn für Sie schwer, einzuräumen, dass Angela Merkel das hätte klüger formulieren können? Liege ich denn mit meinen Gedanken wirklich so falsch?

  • #133

    Gerhard Lindemann (Freitag, 21 Februar 2020 19:42)

    Aber Herr Höcke, und Sie hatten behauptet, dass Angela Merkels Äußerung ihm nutzen würde. Also ist es wichtig, seine Argumentation zu kennen und zu schauen, ob sie tatsächlich der AfD nützt.

  • #132

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 19:39)

    Weil wir hier so intensiv im Politischen unterwegs sind, habe ich mal eine Frage in die Runde: Pfarrer Uwe Holmer, der Erich Honecker beherbergte, teilte mit, dass die 40 Jahre DDR ( 1949-1989) die Strafe Gottes für das deutsche Volk gewesen sind, angesichts der unfassbaren Verbrechen, die die Deutschen unter Hitler begangen haben. Und mit dieser Ansicht steht er nicht allein. Die Frage, die sich mir aufdrängt, ist: Wenn das so sein sollte, wie ist daß denn dann mit dem Teil DED deutschen Volkes, dass nicht in der DDR leben musste? Alles vor dem Hintergrund des wertkonservativen Christseins und der aktuellen politischen Entwicklung im Land

  • #131

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 19:22)

    Ich möchte das jetzt hier nochmal klar stellen: Ich habe das nicht als " Zwang" wahrgenommen, was Angela Merkel zum Wahlausgang in Thüringen gesagt hat, sondern lediglich als unklug.

  • #130

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 19:03)

    Ich habe die Botschaft schon verstanden, dass die Äußerung von Frau Merkel empirisch auf keiner belastbaren Grundlage steht bezogen auf Wählerzulauf zur AfD. Ich bleibe aber dabei: Sie hätte es klüger formulieren können!

  • #129

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 18:53)

    sorry, Herr Lindemann, ich hatte das Herr vergessen.

  • #128

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 18:51)

    Warum in aller Welt tut sich denn die CDU so schwer damit, die Partei "die Linke" als demokratische Kraft zu akzeptieren? Unvereinbarkeitsbeschluss. Ich verstehe das nicht. Danke, Lindemann für Ihre Gedanken, ich lerne jeden Tag dazu.

  • #127

    Gerhard Lindemann (Freitag, 21 Februar 2020 18:42)

    Zu #119: Politische Entscheidungen haben häufig auch kleinere oder größere Nachteile. Da ist Abwägung geboten. Die Bundeskanzlerin sah nur eine Chance, eine Änderung an der Thüringer Entscheidung erreichen zu können, indem sie ihren Wunsch klar kommunizierte. Zudem ist sie ihrem Amtseid verpflichtet, Natürlich spießt Herr Höcke das auf, aber, wie Frau Keitel mit Recht bemerkte, ist das mit nahezu jeder demokratischen Positionierung so, weil Herr Höcke einen radikalen Systemwechsel anstrebt. Nach den letzten Meinungsumfragen hat der dringende Rat der Kanzlerin, die Wahl zu revidieren, der AfD jedenfalls nur minimale Stimmenzuwächse gebracht. Das Reden von "Zwang" oder ähnlichem stößt jedenfalls bei der überwiegenden Mehrheit der Wähler*innen in Thüringen nicht auf Resonanz. Von daher bewegt sich die These, dass hier Herrn Höcke in die Hände gespielt werde, auf keiner belastbaren empirischen Grundlage.

    Das sehr viel größere Übel wäre jedoch gewesen, wenn es bei der Wahl Kemmerichs zum Ministerpräsidenten geblieben wäre, weil Herr Höcke in der Folge ständig wiederholt hätte, dass nur mit Hilfe der AfD ein "bürgerlicher" Ministerpräsident gewählt werden konnte, er damit in der "Mitte" der Gesellschaft an Reputation gewonnen hätte und ohne die scharfe Kritik aus Berlin (und der Zivilgesellschaft) es in anderen Bundesländern CDU/FDP-Politikern leichter gefallen wäre, vertragliche Tolerierungen durch die oder gar Koalitionen mit der AfD einzugehen, weil man nicht mit massivem Widerspruch hätte rechnen müssen.
    Überdies wäre eine Regierung Kemmerich, wäre er im Amtgeblieben, weiterhin abhängig von den Stimmen der AfD gewesen, das heißt die AfD hätte in Thüringen weiterhin Politik mitgestaltet. Wie das hätte aussehen können, sahen wir direkt nach der Ministerpräsidentenwahl am 5.2. Mit Hilfe der Stimmen der AfD verhinderten CDU und FDP eine Aussprache über den Vorgang und schlossen die Sitzung - ein erster Schritt hin zu einer "illiberalen Demokratie" nach polnischem oder ungarischem Muster.

  • #126

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 18:38)

    Lieber Herr Martin,
    wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann den, dass es keine Nazis gibt. Mein momentanEs Problem ist: Wohin grenzen wir diese Leute aus, also ich meine: ,Die sind doch dann immer noch da! Innerlich mit diesem Nazidreck brechen müssten sie, damit es wirklich aufhört.

  • #125

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 18:31)

    Liebe Frau Keitel,
    ich möchte Ihnen ein letztes, hartes Beispiel liefern, weshalb ich innerlich gerade so mit mir ringe, davon Abschied zu nehmen, verstehen zu wollen, weshalb so viele Ostdeutsche diese schreckliche Partei wählen: Mein Onkel war als junger Mann bei den Grenztruppen der NVA. Er ist gottseidank niemals in die Situation gekommen, auf einen Menschen schießen "zu müssen". Die sogenannte "Vergatterung" vor Antritt jeder Wachschicht hat u.a. wie folgt ausgesehen: Der Vorgesetzte ist vor die versammelte Truppe hingetreten und hat Ansage gemacht: " Stellen Sie sich vor, in ihrem Heimatort hat ein Verbrecher ein Familienmitglied von ihnen ermordet! Anschließend begibt er sich auf die Flucht in die BRD! Ausgerechnet in ihrem Abschnitt will er durchbrechen! Das haben Sie, notfalls durch Anwendung der Schusswaffe zu verhindern".
    Was soll man dazu sagen? So ist es gewesen und das hat so viele Menschen hier leider sehr geprägt in ihrem Verhalten, bis heute.

  • #124

    Frank Martin (Freitag, 21 Februar 2020 18:20)

    Lieber Herr Wildenhain,
    was wollen Sie denn anderes als harte Ausgrenzung von Nazis? Und wenn das alle von Anfang an getan hätten - Nazis sozial geächtet hätten - wäre die AfD nicht so stark geworden. Ebenso PEGIDA. Leipzig hat es vorgemacht.

  • #123

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 18:06)

    Das eigentliche Problem an der Stelle für mich ist, dass ich dann genau die Abgrenzungspolitik, das harte Abgrenzungsverhalten leben müsste, wie ich es Rentzing& Co immer vorwerfe. Es arbeitet gerade sehr in mir.

  • #122

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 18:00)

    Liebe Frau Keitel,
    möglicherweise liegen Sie ja richtig, dass es keine Formulierung gibt, die nicht zu Ungunsten des Urhebers verwendet werden kann, darüber denke ich gerade nach...

  • #121

    Juliane Keitel (Freitag, 21 Februar 2020 17:59)

    Ein letztes Mal zum Inhalt von #119: Es macht einen riesengroßen Unterschied, ob man 1. irgendwie 'vorsichtig aufpasst', die Rechten nicht zu "reizen", damit aber in seinen Aussagen unklar wird und - im schlimmsten Fall - sogar so redet, dass es da vielleicht Anknüpfungspunkte geben könnte (siehe Werteunion), oder ob man 2. sich und den eigenen demokratischen Überzeugungen treu bleibt und den Interpretationsmustern der Rechten, die sie sowieso einsetzen werden, egal, was Demokrat*innen äußern, entsprechend klar und deutlich widerspricht und damit vielleicht auch denjenigen, die etwas unsicherer sind im Argumentieren und in ihren Gefühlen gefangen sind, gute Modelle und Perspektiven bietet.
    Im ersten Fall, Herr Wildenhain, hätten Sie schon verloren, weil die Grenze vollkommen verwischt wird und es nicht mehr klar wäre, wer hier jetzt rechtsextrem ist und wer nicht. Ich kann nur beten und kämpfen, dass wir vor solchen opportunistischen Zuständen bewahrt bleiben und dass die demokratischen Parteien sich niemals wieder auf solche oder andere Spielchen mit dieser rechtsextremen Partei einlassen.

  • #120

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 17:40)

    Je besser ich den Feind kenne, umso wirkungsvoller kann ich ihn bekämpfen.
    Das emotionale Problem an dieser Stelle ist das Gebot der Feindesliebe. Der Bernd Höcke ist ja auch nicht als Faschist geboren worden. Die ganzen anderen braunen Schreihälse der AfD auch nicht. Hier, genau an dieser Stelle könnte meine Kirche mal öffentliche richtig aktiv einsetzen, anstatt auf rege Geister zu hauen, die eine Petition auf den Weg gebracht haben.

  • #119

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 17:16)

    Liebe Frau Keitel,
    ich teile Ihre Gedanken in # 118 explizit nicht! Und ich möchte es Ihnen begründen: Momentan ist es (noch) so, dass die Nazis nach der Macht drängen, aber sie gottseidank nicht haben. Ich stelle immer die Frage: WAS IST DAS ZIEL? Antwort: Das diese politische Kraft niemals wieder Macht bekommt und bestenfalls in der völligen Bedeutungslosigkeit verschwindet. Und in diesem Kampf mit diesen Geistern halte ich es mit der Klugheit und mit der Besonnenheit. Die Formulierung von Angela Merkel War weder klug noch besonnen, denn sie spielt dem Bernd Höcker in die Hände. Das können wir besser.

  • #118

    Juliane Keitel (Freitag, 21 Februar 2020 17:01)

    Nein, Herr Wildenhain! Wir richten uns mit unseren Worten NICHT nach Herrn Höcke! Wir müssen sehen, dass wir ihren Interpretationen entsprechend begegnen! Soll eine Kanzlerin sich wirklich überlegen, mit welchem Wort sie vielleicht durch die Rechten instrumentalisiert werden könnte, und dieses dann etwa nicht sagen? Das ist doch sinnlos! Die Rechten werden versuchen, JEDES nur erdenkliche Statement von Merkel oder anderen Demokraten zu instrumentalisieren, vorzugsweise auch auf der Gefühlsebene, und damit dann in bestimmten Milieus, wovon denen das christliche leider eines ist, zu landen. DAS ist doch der Punkt!

  • #117

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 16:45)

    Nochmal: Was wir den Nazis liefern, dass nehmen die begierig an. Deshalb: Angela Merkel hätte das klüger formulieren sollen!! Einen einmal sich ereignet habenden Vorgang kann man als solchen nicht mehr rückgängig machen. Und der Herr Studienrat Bernd Höcker ist so gewieft genug, dass als Vorlage für eine Nötigungsanzeige zu nehmen! WIR müssen unsere " Waffen" schärfen, die Nazis sind momentan gerade gut aufgestellt, LEIDER!.

  • #116

    Juliane Keitel (Freitag, 21 Februar 2020 16:34)

    Sie müssen die Betrachtungen schon im Kontext betrachten, Herr Wildenhain. Wenn Menschen auf Gefühls- oder Befindlichkeitsebene oder "sensibilisiert", wie Sie in #109 schreiben, äußern, dass Frau Merkel sich falsch verhalten hätte, dann halte ich dagegen und versuche, mit Argumenten und Fakten vielleicht ein wenig mehr Sachlichkeit ins Gespräch zu bringen, Vertrauen zu schaffen und vor allem das Einfallstor für rechte Meinungen bewusst zu machen, und zwar an diesem konkreten Fall. Damit habe ich weder generalisierend Gefühle abgewertet, noch die positive Kraft von Gefühlen geleugnet. Denn darum ging es jetzt auch nicht.

  • #115

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 16:31)

    Was sich momentan auf den Straßen und Plätzen ( z.B. hier in Dresden ) abspielt, liebe Frau Keitel, ist meiner Meinung nach zu 100 Prozent auf der emotionalen Ebene angesiedelt. Selbstverständlich haben Sie recht, dass auf der Grundlage von Gefühlen keine Politik gemacht werden kann, die durchträgt, das ist doch unstrittig.

  • #114

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 16:02)

    Hallo Frau Keitel,
    Danke für Ihre Antwort. Ich habe das Gefühl, das wir jetzt gerade an des Pudels Kern sind. Um " Befindlichkeiten" geht es mir keineswegs, um Gefühle jedoch um so mehr!
    Ihre Worte, dass Gefühle, sachlich betrachtet, keine Grundlage haben, erschüttern mich hier jetzt zutiefst! Das können Sie nicht ernsthaft meinen. Wenn die kritischen Geister in der DDR sich letzten Endes nicht von ihren Gefühlen hätten leiten lassen, dass das politische System, in dem gelebt wurde, krank und zutiefst verbesserungswürdig ist, dann hätte sich daraus niemals der Mut heraus gebildet, öffentlich aufzubegehren, auch auf die Gefahr hin, daß Leben einzubüßen. Bitte tauschen Sie sich mit Kolleg*innen der Psychologie fachlich aus, ich bin gerade echt sprachlos. Sie schreiben, dass Sie den Hasskreislauf unterbrechen möchte. Nichts anderes möchte ich auch und ich arbeite jeden Tag daran. Und was ist Hass? Genau. Ein Gefühl.

  • #113

    Juliane Keitel (Freitag, 21 Februar 2020 15:28)

    Zu #109: Sie hatten in #93 davon gesprochen, Herr Wildenhain, dass es eine Form von Dummheit gewesen sei, dass das in Thüringen so zustande gekommen ist; Sie hatten die Intelligenz der Abgeordneten in Frage gestellt und Herrn Kemmerich einen "Dummkopf" genannt. Darauf hatte ich mich in #107 bezogen und kritisiert, dass genau das die Angelegenheit verharmlost. Inzwischen haben Sie ja davon einiges relativiert.

    Nochmal auf Ihre Frage zur Wortwahl von Frau Merkel: Dazu habe ich auch in #107 alles gesagt. Ich teile Ihre Sichtweise nicht. Die Worte waren nicht unglücklich gewählt, sie waren bitternotwendig. Für mich entsteht, wenn mir die von Ihnen angesprochenen 'ostdeutschen' Befindlichkeiten begegnen, der Impuls, aufzuklären und deutlich zu machen, dass diese Gefühle sachlich betrachtet keine Grundlage haben. Und natürlich kann man diese auch nicht zur Grundlage politischen Handelns machen, so dass etwas, das aus politischer Sicht gesagt werden muss, dann etwa nicht gesagt wird, weil sich ein paar Menschen dadurch vielleicht schlecht fühlen könnten? Denken Sie das doch mal zu Ende, welcher Unsinn da rauskommt!

    Als Christin kommt es mir darauf an, Vertrauen zu stiften und vor allem diesen Hasskreislauf zu durchbrechen. Dieser wird ja durch das Generalisieren sowie das öffentliche Aufwerten und Instrumentalisieren von solchen Gefühlen gezielt von der Neuen Rechten geschürt und setzt sich mittlerweile bis tief ins bürgerliche und christliche Milieu fort, wie ja auch hier im Forum zu lesen ist. Ich möchte, wie gesagt, diesen Kreislauf durchbrechen. Wenn Sie und Herr Flessing aber Leute mit solchen Befindlichkeiten bestärken, indem Sie ihnen Recht geben, dann tragen Sie nur noch mehr zur Politikverachtung bei. Deshalb kann ich es nicht gut finden, wenn Sie die Worte Angela Merkels nach wie vor "unglücklich" finden, auch wenn Sie damit vielleicht nur eine stellvertretende Perspektive für vermeintlich "sensibilisierte" Menschen aus der DDR einnehmen.

  • #112

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 13:47)

    Ich möchte noch einen Post mitteilen, der es aus meiner Sicht hier momentan auf den Punkt bringt: Ich bin 1973 in der DDR geboren worden. Meine Frau stammt aus den alten Bundesländern. Mein Schwiegervater ist Oberregierungsschulrat gewesen, meine Schwiegermutter ist Grundschullehrerin gewesen. Es gab mal einen Abend bei meinen Schwiegereltern, an dem wir uns über " Politik" unterhalten haben. Irgendwann sagte meine Schwiegermutter sinngemäß folgenden Satz: " Als damals die Mauer fiel und wir diese vielen Menschen aus der DDR zu uns haben kommen sehen, da haben wir bloß gedacht" Ob die wissen, worauf sie sich einlassen". Ich war ganz still. Dieser eine Satz hat mir gefühlt 10 Jahre Lebenserfahrung gebracht.

  • #111

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 13:24)

    Liebe Frau Keitel,
    zu # 107:
    Wir haben uns missverstanden. ICH möchte überhaupt niemanden verändern, weil ich das gar nicht kann! Jeder kann sich nur selbst verändern, wenn er es nur wirklich will, DAS ist die Botschaft.

  • #110

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 13:12)

    Ich habe mir gestern Abend zum wiederholten Male die Pressekonferenz zum Rücktritt von Herrn Rentzing angesehen. Herr Daniel spricht von "unhinterfragten Gesichtspunkten". Was ist das? Was genau ist damit gemeint? Geht es noch unklarer?

  • #109

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 13:03)

    Worte können die Welt verändern, wer wüsste dies besser als Menschen, die sich mit Theologie beschäftigen? Liebe Frau Keitel, was sagen Sie denn nun zu meinem Argument, weshalb ich die Wortwahl von Angela Merkel für unglücklich halte? Viele Menschen, die DDR- sozialisiert sind, sind diesbezüglich eben sehr sensibilisiert.
    " Alternativlos" war seinerzeit auch ein völliger Missgriff Angela Merkels. WESHALB hat die AfD ausgerechnet in den neuen Bundesländern so viel Zulauf? Ich bleibe dabei: Wir müssen an die Ursachen für den enormen Zuspruch zu AfD& Co heran gehen und nicht an die Symptome.

  • #108

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 12:49)

    Sehen Sie, liebe Frau Keitel, nun geht es doch zusammen. Ihr erster Satz in # 107 bringt genau das zum Ausdruck, was ich auch denke. Die verantwortlich handelnden von CDU und FDP haben die Option, die jetzt Realität geworden ist, VOR der Wahl ganz genau einkalkulieren können und sich entsprechend strategisch darauf vorbereiten können. Haben sie aber nicht getan! Und hinterher das Lavieren...
    DAS ist es, was ich gemeint habe, als ich von "der verlogenen" Politik schrieb.

  • #107

    Juliane Keitel (Freitag, 21 Februar 2020 12:36)

    Ich möchte auch davor warnen, Herrn Kemmerich oder die Fraktionen der CDU und FDP in Thüringen irgendwie in Schutz zu nehmen. Sie sind nicht dumm und haben keine "Dummheit" begangen, sondern haben versucht, die Grenzen auszuloten und die AfD hinein ins bürgerlich-demokratische Spektrum zu holen. Sowas kann man nur in einem bewussten Akt, dazu wird man nicht "übermannt", und Konsequenzen des Handelns muss man als Politiker*in natürlich immer bedenken - das gehört schließlich zum Kerngeschäft.
    Was die Worte von Frau Merkel betreffen - da werden wir, Herr Flessing und Herr Wildenhain, im Dissens bleiben. Erstens kann man angesichts der Brisanz durchaus sagen, dass dieser Schritt rückgängig gemcht werden muss (siehe die konkreten, guten Argumente von Herrn Lindemann #99 - vielen Dank!), und zweitens bin ich froh, dass viele demokratische Kräfte in diesem Land diesen Druck aufgebaut haben. Wenn Leute die vermeintliche 'Ansage' von Frau Merkel aber gerne weiter in diesem undemokratischen Licht und im DDR-Vergleich sehen wollen, dann ist das ziemlich klar eine falsche Sicht auf die Sachlage, die aber eben im Spektrum der Neuen Rechten fleißig zum Hass-Verbreiten benutzt wird, siehe die Höcke-Rede. Die ist für mich eindeutig nicht zum Lachen, denn das ist keine Satire. Dem muss man entschieden widersprechen!
    Und dass Herr Flessing nun auch nochmals die Gefühle ehemaliger Ostdeutscher ins Feld führt (#100), verharmlost die Situation, um die es geht. Argumentativ ist doch hinreichend klar, dass man da gegenhalten muss und diese Gefühle, eben weil sie der Sachlage einfach so deutlich widersprechen, nicht zum Maßstab für politisches Handeln machen kann. Da gehört es sich doch eher, die Geister zu prüfen (1. Joh. 4, 1, #85 Frau von Eynern), von denen diese Ansichten kommen, und die Leute, die Herr Wildenhain gerne ändern möchte, vernünftig aufzuklären, oder?? Wenn diese Ansichten (Merkel macht eine Ansage wie zu DDR-Zeiten und handelt deshalb undemokratisch oder wie auch immer dieser Unsinn lautet) dann aber gleichzeitig auch noch konservativ sein sollen, dann weiß ich auch nicht mehr, wo wir ansetzen sollten. Hier ist für mich auch sehr deutlich eine dieser Grauzonen zwischen konservativ und rechtsextrem sichtbar.
    Im Übrigen interessant, dass ausgerechnet Sie, Herr Flessing, auf einmal die Linke ins bürgerliche Lager stecken, dies aber nur zu dem Zweck, um sie dann auch mitverantwortlich zu machen für das Geschehen in Thüringen - wie perfide. Das aber ist die Sichtweise derjenigen, die versuchen, von sich und ihrem verantwortungslosen Handeln abzulenken: CDU und FDP und - wen wundert's? - AfD, siehe auch die Gedanken von Frank Martin (#103). Ich kann nur eindringlich wiederholen: Prüfen Sie die Geister, auf die Sie sich berufen.

    Vielleicht hilft noch einmal die hier abgebildete Dastellung: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2020/Thueringen-Was-heisst-hier-Demokratie,thueringen168.html. Sie finden hier eine sachliche Gegenüberstellung ALLER Sichtweisen. Dies ist u.a. auch ein Beispiel unseres teilweise hervorragenden Journalismus.

  • #106

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020)

    Lieber Herr Lindemann,
    ich bin hier in wenigen Beiträgen unsachlich gewesen ( "schlaue Professoren" usw.) Das tut mir leid. Manchmal schieße ich übers Ziel hinaus. Was mich eben so sehr umtreibt, gerade hier, ist die mangelnde Klarheit seitens des LKA. Aber auch hier gleich wieder die innere Verunsicherung, wie die gelebte Praxis aussehen soll. Das mitunter verschwurbelte "wertkonservative" von Herrn Rentzing und der Christenmenschen, die sich unter solchen Ansichten ( Stichwort Homosexualität ) gut aufgehoben fühlen, bleibt im unklaren.

  • #105

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 12:04)

    Ich habe den Antifaschismus mit der Muttermilch eingegeben bekommen. Mein Vater ist Kommunist gewesen und bis heute geblieben, er ist innerlich nie in der neuen Zeit ( " nach 89", Danke Herr Flessing) angekommen. Ich wollte das für mich und mein Leben so hart nicht gestalten. Ich habe immer die Augen verdreht, wenn er Brecht zitiert: " Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch". Nie, niemals hätte ich mir träumen lassen, dass dieser elende Nazispuk wieder so lebendig werden würde. Leider ist das aber momentan die Realität.

  • #104

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 11:56)

    Leider ist es wohl so, daß unsere unterschiedlichen Sozialisierungen ( DDR/ BRD) manchmal zu Mißverständnissen beitragen. Wolf Biermann, der nun wirklich durch die Hölle gegangen ist, bringt das in seinen Interviews immer wieder zum Ausdruck.

  • #103

    Frank Martin (Freitag, 21 Februar 2020 11:51)

    Dass sich Rechte über die Wortwahl Frau Merkels mehr aufregen also darüber, dass sich die FDP und die CDU auf diesen Deal mit der AfD eingelassen hat, die in Thüringen von einem Faschisten angeführt wird, zeigt doch die dringende Notwendigkeit der Klärung konservativ - rechtsradikal.

    Und Herr Flessing: Doch! Alerta, Alerta-Rufe bringen etwas. Von Rostock-Lichtenhagen bis Heidenau waren es Antifa-Gruppen, die den Nazispuk beendeten, während die Polizei als Inhaberin des Gewaltmonopols zumindest teilweise versagt hat. Und wenn Sie mal aus der Position Ihres privilegierten Standes heraustreten und mit den Opfern rechter und der Polizeigewalt reden würden - also ihnen zuhören würden, würde sich Ihre Perspektive vielleicht sogar noch einmal verändern.
    Dazu einen Lektüretipp eines Betroffenen: https://taz.de/Rechte-Gewalt-Notwehr-und-Nothilfe/!5563181/
    Und dass es besser wäre, wenn es anders wäre entbindet uns nicht davon, zur Kenntnis zu nehmen, wie es ist.

  • #102

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 11:44)

    Nachbesserung:
    Wenn ich es wirklich ganz genau auf den Punkt bringen soll, dann muss es heißen: Den Vorgang DIESER einen stattgefunden habenden Ministerpräsidentenwahl an diesem einen Tag, DEN kann man nicht rückgängig machen, genauso wenig wie man alles andere, was sich in jedem Moment des Lebens ereignet, auch nicht rückgängig machen kann.

  • #101

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 11:27)

    Lieber Herr Lindemann,
    LEIDER reden wir momentan wieder aneinander vorbei, was ich sehr bedaure. Ich versuche, mich jetzt klar und unmissverständlich mitzuteilen: Den Vorgang der Ministerpräsidentenwahl ALS SOLCHEN kann man nicht rückgängig machen, das habe ich gemeint. Und weil genau das aus meiner Sicht unglücklich von Frau Merkel ausgesprochen wurde, springt natürlich prompt dieser unsägliche Herr Höcke darauf an und das ist es, was mich ärgert. Ist das verkehrt von mir? Ansonsten gehe ich völlig dakor mit Ihren Gedanken! Ich habe unzählige
    wissenschaftliche Bücher zur Geschichte der NS- Zeit gelesen. In der sehr guten Hitler- Biographin von Ian Kershaw z.B.wird es detailliert heraus gearbeitet, wie die NSDAP letztlich an die Macht vorgedrungen ist.Ich bin der Letzte, der diese aktuelle Gefahr nicht wahrnimmt.
    Herzlicher Gruß
    Sascha Wildenhain

  • #100

    Gert Flessing (Freitag, 21 Februar 2020 11:17)

    Lieber Herr Lindemann,
    eine Wahl kann rückgängig gemacht werden, wenn der Gewählte diese nicht annimmt oder zurück tritt.
    Ich möchte Ihnen auch nicht widersprechen, wenn Sie darauf hinweisen, dass, in einem föderalen System, wie wir es ja haben, die Gesamtverantwortung in Berlin liegt. Wenn man dort eine Gefährdung für die Demokratie als Ganzes sieht, ist eine "dringliche Bitte", das Wahlgeschehen zu überdenken, möglich.
    Ich weiß, das Sie, als Kirchengeschichtler, noch ganz andere Zusammenhänge im Blick haben, als es mir möglich ist.
    Ihnen ist, weil Sie eben die Geschichte und auch die Geschichte der DDR, kennen, bestimmt deutlich, das, bei aller Rechtmäßigkeit einer solchen Bitte, bei den Menschen, die, in der DDR, immer das Gefühl hatten, das Berlin alles an sich zieht, auch dieses Mal das Gefühl gegeben wurde, "eingegrenzt" zu werden. Die meisten Menschen, die hier leben, denken nicht in der Kategorie "nach Auschwitz", sondern "nach 89".
    Am Ende liegt der "unverzeihliche Vorgang", in meinen Augen, darin, dass es den Parteien des bürgerlichen Lagers und da schließe ich die Linke unter Rahmelow, durchaus mit ein, nicht gelungen ist, die AfD unter einem Scharfmacher, wie Höcke, zu schwächen. Ich habe Höckes Rede in Dresden gehört. Ich gebe Sascha Wildenhain Recht. Mann kann eigentlich über den Mann nur lachen, so albern klingen seine "Argumente".
    Ich frage mich, was der Mann hat, das ihm Leute nicht nur zuhören, sondern folgen?
    Wissen Sie, wenn ich nicht gelassen und locker bleibe, dann begebe ich mich auf ein Niveau mit einem Höcke. Aber alle "Alerta!Alerta!" Rufe bringen nichts. Wir müssen überlegen, wie die Parteien von CDU, bis Linke, die normalen Menschen, die nichts anderes wollen, als in Frieden und Sicherheit zu leben, dazu bringen können, sich von falschen Versprechungen abzuwenden, wie sie die AfD macht. In Dresden erklang "Freude, schöner Götterfunke..." Das finde ich gut, das weist den Weg vom Geschrei zur Hoffnung.
    Gert Flessing

  • #99

    Gerhard Lindemann (Freitag, 21 Februar 2020 10:29)

    Natürlich kann man eine Wahl rückgängig machen bzw. korrigieren, indem der/die Gewählte zurücktritt oder abgewählt wird. Das ist in der Demokratie ein ganz normaler Vorgang. Und man kann und darf auch die Empfehlung dazu geben, und man (und eine Bundeskanzlerin ist aufgrund ihres Amtseides sogar dazu verpflichtet) kann sie auch dringlich äußern, wenn man durch einen solchen Vorgang wie einen Tag zuvor in Erfurt die Demokratie als Ganze gefährdet sieht bzw. weiß, dass dadurch Menschen, denen die besondere Aufmerksamkeit des Staates (nach Auschwitz) gelten sollte, zutiefst beunruhigt sind. Zudem ist Frau Merkel klar, dass aufgrund unserer besonderen Geschichte das Ausland Deutschland weiterhin intensiv beobachtet.
    Die Bundeskanzlerin hat ihre dringliche Bitte aber lediglich kommuniziert und den Ball damit wieder nach Erfurt zurückgegeben, also keinen Zwang ausgeübt. Sie hat zugleich die Wahl eines Regierungschefs mit Hilfe von Rechtsradikalen (mit Höcke als Fraktionschef) als einen "unverzeihlichen Vorgang" bezeichnet. Aber Herrn Wildenhain (#93) scheint die Dramatik dieses Dammbruchs nicht bewusst zu sein - dass man bei dessen Bewertung zu "mehr Gelassenheit" (Sascha Wildenhain) oder "mehr Lockerheit" (Gert Flessing) aufruft, halte ich für überaus bedenklich.
    Das Grundgesetz ist aufgrund der doppelten deutschen Diktaturerfahrung (NS-Siktatur und Beginn der Etablierung einer neuen Diktatur in der Sowjet. Besatzungszone) entstanden. Das impliziert das Postulat einer "wehrhaften Demokratie". Die Weimarer Republik ist auch deshalb gescheitert, weil angesichts des Aufstiegs der NSDAP Teile des Bürgertums "gelassen" oder gar "locker" reagierten. Hier gilt es, den Anfängen zu wehren - dafür gibt es gute Chancen, aber masn muss sie nutzen und darf eben nicht "gelassen" oder "locker" die politische Kooperation mit Rechtsaradikalen hinnehmen - da nutzen auch alle sonstigen verbalen Abgrenzungen nichts, wenn es hier keine Klarheit gibt.


  • #98

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 09:33)

    Nachtrag:
    Der 2. Satz in # 97 ist unvollständig. Mich interessiert, weshalb auf dieses Argument/ diese Frage
    der inneren Haltung der Menschen und wie das verändert werden soll, nicht eingegangen wird.

  • #97

    Sascha Wildenhain (Freitag, 21 Februar 2020 09:26)

    Hallo Frau Keitel,
    ich denke, wir fahren uns hier fest, das möchte ich nicht, weil das m.E. keinen Sinn macht. Auf mein Argument bzw. meine Frage, wie denn das praktisch funktionieren soll, dass Christen in der Gemeinde ihre möglicherweise innere wertkonservative Verortung im Leben 1. mal auf den Prüfstand stellen und bei eventueller Selbsterkenntnis, dass 2. das wertkonservative punktuell an einigen Stellen schon längst ins rassistische oder gar rechtsextreme abgleitet, korrigieren. Ich habe
    hauptsächlich von Theolog*innen, Pfarrer*innen und Lehrer*innen immer wieder gelernt, dass Menschen sich selbst innerlich korrigieren können, wenn sie es wirklich wollen, dies aber nicht durch Druck von außen bewirkt werden kann. Jetzt nochmal kurz zum Wahldesaster in Thüringen und den Worten von Frau Merkel. Wenn die handelnden Personen, hier vor allem Herr Kemmerich sich vor der Wahl der Tragweite ihres möglichen Verhaltens bewusst gewesen wären, dann bräuchten wir diese Diskussion hier jetzt nicht führen. Und ich möchte es ganz klar sagen: Ich halte es für eine unglückliche Wortwahl von Frau Merkel, daß das Ergebnis dieser Wahl "rückgängig" gemacht werden muss. Unglücklich deshalb, weil daß ja faktisch unmöglich ist. Dass der Zustand so nicht bleiben kann ist ja wohl klar.
    MfG
    sw