Demokratie in der Kirche und Demokratie und Kirche - passt das?

Demokratie und Kirche steht notwendig in einem unauflösbaren Spannungsverhältnis. Nicht das Volk herrscht oder die Volksmeinung. Denn stellen wir uns vor, 90 oder 95 % sind der Meinung, die Ehebrecherin solle gesteinigt werden - was würden wir tun? Wenn wir die Praxis Jesu ernst nehmen, gibt es nur eine Antwort - Nein, gegen des Volkes Willen! Denn die Norm für uns kann nur die Praxis Jesu sein; und seine Worte: „Das Gesetz ist für die Menschen da, nicht die Menschen für das Gesetz.“

Was wäre denn aber ein Modell für uns als Gemeinde Jesu? Faszinierend ist die Geschichte des Apostelkonzils, wie sie in der Apostelgeschichte aufgeschrieben wurde. 

 

Da gab es Streit über den richtigen Umgang mit Leuten, die nicht so richtig zum Volk Gottes gehören sollten. Nach langen Diskussionen gab es einen Konsens, der eingeleitet wurde mit den Worten: „Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, …“

 

Nicht die Herrschaft der Einen über die Anderen, sondern das Bemühen um eine Einigung, mit der alle leben konnten, ist beispielgebend für die Gemeinde Jesu. Und auch, wenn dieser Konsens nicht gehalten hatte, weil beide Seiten am Ende dann doch nicht zufrieden waren, scheint mir das der richtige Weg zu sein.

 

Eins aber muss klar bleiben - jede Einigung muss sich an der Praxis Jesu messen lassen - bei denen zu stehen, die zu Opfern auch religiöser Überzeugungen werden.

 

Frank Martin